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Im Rahmen der Beiträge rund um günstige Android-Smartphones unter 250 Euro muss ich ergänzen, dass das betagte und inzwischen ausgelaufene T-Mobile Pulse, das ich auch empfohlen hatte, nicht unbedingt für den Einstieg geeignet ist (für ernsthafte Nutzung erst recht nicht). Der interne Arbeitsspeicher ist so knapp bemessen, dass es laufend zu Problemen kommt, die sogar auf die “normalen” Handyfunktionen Auswirkungen haben: manchmal führt der geringe Speicher dazu, dass SMS-Nachrichten nicht mehr empfangen werden können. Das ist natürlich ein Ausschlusskriterium für ein Handy. Und selbst wenn man wenige Apps parallel laufen lässt und Apps2ext/A2SD nutzt (ein Hack, um Apps auf die SD-Karte auszulagern und so Speicherplatz gewinnt), damit man nicht in solche Speicherprobleme läuft, hat man immer wieder mit der Performance zu kämpfen: ständig ist sogar die Geduld von Android selbst überschritten und man erhält Hinweise, dass eine App nicht mehr reagiert, obwohl sie einfach nur langsam ist. Meiner Freundin, der ich das Pulse vor gut einem Monat aufgeschwatzt hatte, ging das ziemlich auf die Nerven. Damit sie nicht irgendwann den Android-Smartphones ganz abschwört, habe ich also weiter die Augen offen gehalten für eine günstige Alternative.
Die erschien nun kürzlich in Form des Orange San Francisco – ein vom englischen Provider gebrandetes ZTE Blade. Schon allein die technischen Daten beeindrucken: Android-Version 2.1 (Eclair), 8,9cm/3,5″ AMOLED-Display mit WVGA-Auflösung (800*480), 600 MHz Prozessor (QualComm MSM7227, wie im HTC Legend), GPS, Kompass, Bewegungssensor, UMTS/HSPA, Bluetooth, UKW Radio, 3,5mm Kopfhörer-Anschluss, microSD-Slot (bis 32GB, 2GB liegen bei) und jede Menge interner Speicher (512MB RAM) für das Ausführen von Applikationen – Probleme wie beim Pulse sind damit nicht zu erwarten. Der eigentliche Hammer ist dann aber der Preis: für nur 99 britische Pfund kann man das Gerät kaufen, allerdings nur in Verbindung mit einer Prepaid-SIM-Karte, die nochmal 10 Pfund kostet. Keine Frage, selbst damit ist das Gerät billiger als das Pulse (umgerechnet sind es ca. 125 Euro, plus Versand etc.) und hat mit großem Abstand das beste Preis-/Leistungsverhältnis bei Android-Smartphones.
Die einzigen Hürden, die es zu überwinden gilt, sind der SIM-Lock und die Beschaffung von Deutschland aus. Ersteres lässt sich mit einem entsprechenden Unlock-Code, den es für ca. 5 Euro zu haben gibt, bewerkstelligen und stellt eine geringe Hürde dar, aber der Kauf an sich kostet größere Mühen und beinhaltet Risiken. Denn leider erlaubt der Online Store von Orange nur die Bezahlung mit Kreditkarte, deren Adresse auf die gleiche englische Anschrift lauten muss wie der des Empfängers des Pakets. Damit ist es nicht möglich, Postfach-Dienste wie Borderlinx zu nutzen.
Wenn man keinen Bekannten in England hat, bietet sich letztlich an, das Gerät über ebay zu bestellen. Das ist wie gesagt mit gewissen Risiken verbunden, denen man sich bewusst sein muss. Ich selber habe nach einem Verkäufer mit vielen und möglichst ausschließlich positiven Bewertungen gesucht, der auch ins Ausland versendet. Der, den ich ausgemacht habe, hat zwar einen ordentlichen Aufschlag verlangt, hat dafür bereits im Vorfeld den SIM-Lock entfernt und nützliches Zubehör beigelegt, wie Displayschutzfolie, eine Tasche (die leider zu klein ist, dafür unserer DigiCam gut steht) und – bsesonders lobenswert, weil selbst in der Artikelbeschreibung nicht erwähnt – einen Adapter, um den britischen Ladestecker in eine deutsche Steckdose zu bekommen. Zusammen mit den Versandkosten kam ich so auf einen Aufpreis von 50 Euro, die es aber allemal wert sind, denn für die Hardware zahlt man sonst eher das doppelte.
Der erste Eindruck bestätigt, dass es sich um ein wahres Schnäppchen handelt: das Gerät reagiert zügig auf alle Eingaben, hat ein mit dem Google Nexus One/HTC Desire (OLED-Version, seit September werden sie ja mit SLCD ausgeliefert) vergleichbares Display, ist gut verarbeitet und macht einfach Laune. Die Schale des Geräts ist gummiert und wird von zwei Chromleisten an der Seite flankiert, in dem der Lautstärkeregler eingelassen ist. Unter dem Display befinden sich drei beleuchtete Hardware-Tasten für “Home”, “Menü” und “Zurück”, welche sich gut definiert bedienen lassen. Auf eine Cursornavigation per Trackball oder -pad muss man verzichten. Der MicroSD-Slot befindet sich zusammen mit dem SIM-Slot unter dem Akku. Ein ständiges Wechseln ist also sehr umständlich, vor allem auch, weil sich der Akkudeckel nur schwierig entfernen lässt. daher sind große microSDHC-Karten wie die 16GB-Karten (z.B. von Sandisk, Class 2, bei Amazon derzeit ca. 27 Euro, nutze ich selber) oder die neuerdings erhältlichen 32GB MicroSD-Karten (z.B. Transcend, Class 2, bei Amazon ca. 60 Euro, oder SanDisk, Class 2, bei Amazon ca. 82 Euro) empfehlenswert. Der schnelle USB 2.0-Anschluss (MicroUSB) befindet sich auf der linken Seite oben und ist gleichzeitig die EU-konforme Ladebuchse. Über die Einstellungen lässt sich das Laden bei USB-Datenverbindungen zum PC unterbinden – eine akkuschonende Maßnahme, um Ladezyklen zu vermeiden.
Als deutscher Nutzer kann man mit dem ausgelieferten Gerät zunächst nicht auf eine deutsche Oberfläche umschalten, die App “MoreLocale 2” schafft hier aber einfach Abhilfe. Die von Orange vorinstallierten Apps sind hierzulande nicht brauchbar, man muss sie also ignorieren - oder sich alternativ an von der Android-Community erstellte Custom ROMs herantrauen. Das MoDaCo-Forum hält hierfür alles notwendige bereit: mit dem Superboot erlangt man root-Rechte, und mit diesen kann man das Notfall-Betriebssystem, das bei jedem Gerät vorhanden ist und für den Service gedacht ist, mit einer erweiterten Version, z.B. dem ClockworkMod-Recovery, austauschen. Mit letzterem lässt sich dann ein alternatives ROM wie beispielsweise das MoDaCo-ROM MCR r3 installieren. Anleitungen finden sich in den jeweils verlinkten Forenthreads. Ich habe für die Installation einer Orange-freien Version nicht mal eine Stunde benötigt. Dank der ebenfalls verfügbaren Original-Software lässt sich das auch alles einfach rückgängig machen.
Alles in allem ist das Orange San Francisco ein rundum empfehlenswertes Gerät, besonders wegen des unschlagbaren Preises. Ein Manko möchte ich aber nicht unerwähnt lassen: die WLAN-Verbindung bleibt nicht dauerhaft erhalten. Es kommt immer wieder vor, dass das Gerät im Standby die Verbindung verliert, auch wenn man in den WiFi-Richtlinien ein anderes Verhalten festlegt. Es gibt Apps, die die WLAN-Verbindung in solchen Fällen automatisch wiederherstellen (z.B. WiFi Fixer) , letztlich bleibt aber Nachbesserungsbedarf seitens des Herstellers – oder der Android-Community.
Im Rahmen der Beiträge rund um günstige Android-Smartphones unter 250 Euro muss ich ergänzen, dass das betagte und inzwischen ausgelaufene T-Mobile Pulse, das ich auch empfohlen hatte, nicht unbedingt für den Einstieg geeignet ist (für ernsthafte Nutzung erst recht nicht). Der interne Arbeitsspeicher ist so knapp bemessen, dass es laufend zu Problemen kommt, die ...
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