Monthly Archive for Oktober, 2010

Eigene Klingeltöne oder Hintergrundbilder bei Android einrichten

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erfurtjacob fragt: Nachdem ich mich etwas mit dem Gerät beschäftigt habe, konnte ich noch nicht herausfinden, wie ich einen eigenen (nicht vorinstallierten) Klingelton + Wallpaper auswählen kann.
Vielleicht kannst du mir ja einen Tip geben ?

Diese beiden Themen sind wohl noch nicht völlig intuitiv gelöst. Meine Referenzlösung ist, die Dateien, die man als Klingelton bzw. als Hintergrundbild verwenden möchte, in den media-Ordner auf der SD-Karte ablegt. Genauer in bestimmte Unterverzeichnisse: media/audio/ringtones für Klingeltöne, media/audio/notifications für Benachrichtigungstöne, media/audio/alarms für Alarmtöne und media/wallpaper für Hintergrundbilder. Sollten die Verzeichnisse noch nicht existieren, kann man sie einfach anlegen.

Wenn man nun über “Home” > “Menü” > “Einstellungen” zu “Töne” wechselt, kann man die abgelegten MP3-Dateien in der Auswahl wiederfinden.

Bilder kann man als Hintergrund einrichten, indem man lange auf eine freie Fläche einer der Home-Screens tippt, dann “Hintergrundbilder” antippt und anschließend die “Galerie” als Quellapp auswählt. Dort sollten alle Bilder auf der SD-Karte erscheinen.

Nochmal etwas Werbung: wer die Speichergröße des Smartphones auf iPhone-Niveau heben möchte, sollte sich mal die micro-SDHC-Angebote bei Amazon ansehen: 16 GB Markenspeicher kosten da derzeit ca. 27 Euro, 32 GB gibts ab ca. 60 Euro.

Unbranding, root-Rechte und Custom ROM für das Orange San Francisco

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erfurtjacob fragt: Gibt es eine deutsche Anleitung, die gut erklärt, wie ich das ROM von Orange gegen das Rom vom MoDaCo-Forum wechseln kann ?

Ich habe mich nicht auf die Suche gemacht und weiß daher nicht, ob es gute deutschsprachige Anleitungen gibt. Ich erstelle einfach selbst mal eine. Grundlage für diesen Beitrag sind die drei Threads auf Android.MoDaCo.com: Superboot Root & MCRi, ClockworkMod Recovery und MoDaCo Custom ROM (MCR) downloads + Online Kitchen.

Hinweis: diese Anleitung gilt derzeit nur für die ursprünglich verkaufte Version mit OLED-Display. Für die inzwischen häufig anzutreffende  TFT-Version ist eine andere Vorgehensweise notwendig. Der User kuemmeltuerk hat hierfür eine ausführliche und bebilderte Anleitung im android-hilfe.de-Forum erstellt. 

Zunächst ein kurzer Überblick, was zu tun ist:

  • root-Rechte erlangen, damit man Zugriff auf die geschützten Partitionen hat, auf denen die “Wiederherstellungskonsole” (Recovery) und das Betriebsystem samt Systemdateien (ROM) gespeichert sind.
  • Eine neue, erweiterte Wiederherstellungskonsole (“Custom Recovery”) einspielen.
  • Über das Custom Recovery ein neues ROM einspielen.

Bevor ich beginne auch nochmal der obligatorische Hinweis, dass man mit dem Modifizieren seine Garantie aufs Spiel setzt – bei einem Gerät, das man aus Großbritannien importert hat und das so günstig ist, sicherlich zu verschmerzen.

Ich gliedere den Ablauf ein wenig anders als im englischen Forum, weil ich gleich alle drei Vorgänge in einem bearbeite.

  1. Herunterladen des Superboot-Image (Link im Thread) – es liegt auf einem MoDaCo-Server und hat folgenden MD5-Fingerabdruck: 03105bbbf5120535c8921075822a1b67
    Vor dem Download wird ein englischsprachiges Captcha abgefragt, das man gar nicht beantworten muss, bei mir startete der Download trotzdem. Der MD5-Fingerabdruck stellt sicher, dass der Download fehlerfrei erfolgte und keine Manipulation stattfand. Man kann ihn z.B. mit dem MD5summer (Open Source) überprüfen.
  2. Das ClockworkMod Recovery (Link im Thread) herunterladen – MD5: d7664757ec3d4862cc408b7304e4df8f
  3. Das Custom ROM herunterladen – für das MoDaCo-ROM nimmt man entweder das Standard-Paket, oder wenn man einen AdFree- oder Premium-Account hat, kann man im MCR-Thread die “Online Kitchen” verwenden, um sich sein eigenes ROM zu “kochen” (deswegen Küche), d.h. man kann zusammenklicken, welche Pakete man in seinem ROM enthalten haben möchte und welche nicht.
  4. Falls man (noch) kein Android SDK installiert hat (der Regelfall, wenn man kein Android-App-Entwickler ist), braucht man ein Toolpaket zum Einspielen (“flashen”) vom PC aus: fastboot (Link im ersten Beitrag). Es enthält ausführbare Programmdateien für Windows, MacOS und Linux. Die ZIP-Datei irgendwo auf dem Rechner entpacken, wo man die Datein wiederfindet. Am besten einen eigenen Ordner dafür anlegen.
  5. Die Superboot-Datei und das ClockworkMod recovery in den gleichen Ordner legen, in den man fastboot entpackt hat.
  6. Das Custom ROM legt man als ZIP-Datei auf die SD-Karte im San Francisco. Dazu einfach das angeschaltete Handy per USB-Kabel verbinden und auf dem Gerät die USB-Freigabe aktivieren. Das macht man, indem man die Benachrichtungsleiste nach unten zieht, den entsprechenden Eintrag antippt und die Freigabe bestätigt. Das muss man bei Android übrigens jedes Mal machen, wenn man per USB auf die Speicherkarte zugreifen möchte. Es sollte nach kurzer Zeit ein neuer Laufwerksbuchstabe erscheinen. Das ZIP-File kopiert man einfach ins Hauptverzeichnis dieses Laufwerks.
  7. Nun braucht man eine sogenannte Kommandozeile: unter Mac OS und Linux heißt sie Terminal (Shell), unter Windows drückt man die Windowstaste in Kombination mit “R” und gibt “cmd” ein, was man mit der Enter-Taste bestätigt, um die Kommandozeile zu starten. Es sollte ein Textfenster aufgehen, welches anzeigt, wo man sich gerade im Dateisystem befindet.
  8. In den Ordner wechseln, in dem fastboot entpackt wurde: unter Windows geht das am einfachsten, indem man den Ordner über den Explorer öffnet, anschließend in die Adressleiste klickt und das dort angezeigte markiert und kopiert. Dann in der Kommandozeile “cd ” tippen und bevor man Enter drückt, über die rechte Maustaste den eben kopierten Pfad einfügen. Dann Enter drücken und als aktueller Pfad sollte das fastboot-Verzeichnis angezeigt werden.
    Jetzt ist alles soweit vorbereitet und man kann mit der Einspielung beginnen.
  9. Das Handy ausschalten (lange auf den Powertaster drücken und “Ausschalten” bzw. “Power Off” wählen). USB-Kabel abstecken, falls es angesteckt ist. Anschließend den Akku herausnehmen – das ist wichtig, sonst klappt der nächste Schritt nicht.
  10. Akku wieder einlegen, die “Lauter”-Taste gedrückt halten und das Smartphone wieder einschalten. Es müsste beim grünen Android-Logo stehen bleiben. Ansonsten ab Schritt 3 wiederholen.
  11. Das San Francisco wieder per USB-Kabel mit dem PC verbinden.
  12. Jetzt den Befehl fastboot-windows flash boot boot.blade.superboot.mcri.r3.img eingeben (respektive “fastboot-mac oder “sudo fastboot-linux statt “fastboot-windows – ohne Anführungszeichen).
  13. Auf dem Handydisplay sollte innerhalb weniger Sekunden eine Bestätigung des Einspielvorgangs zu sehen sein.
  14. Nun folgenden Befehl eingeben: fastboot-windows flash recovery recovery-clockwork-2.5.0.9-modaco-r2-blade.img
    Sollte das wider Erwarten an dieser Stelle fehlschlagen, muss man das Gerät einmal neu starten (siehe nächster Schritt), die Schritte ab 9 wiederholen und Schritte 12 und 13 überspringen.
  15. Jetzt braucht es einen Neustart, dazu fastboot-windows reboot eingeben. Das Handy sollte normal starten.
  16. Sobald das Gerät fertig gestartet hat, wieder ausschalten und diesmal mit der gedrückten “Leiser”-Taste wieder starten.
  17. Es erscheint nach dem Android-Logo das Menü der Wiederherstellungskonsole – sie steht allerdings auf dem Kopf.
  18. Zur Bedienung der Konsole: mit den Lautstärketasten wandert man nach oben und unten, mit der Home-Taste wählt man den markierten Eintrag aus und mit der zurück-Taste kommt man… zurück.
  19. Es empfiehlt sich, zunächst ein Backup durchzuführen, indem man zur Option “backup and restore” wandert, mit Home auswählt und den Punkt “Backup” gleich wieder mit Home bestätigt. Es wird einfach auf die SD-Karte geschrieben, und über den Punkt “Restore” lässt sich so das ursprüngliche ROM wiederherstellen.
  20. Im Anschluss wählt man den Punkt “install zip from sdcard”, wählt über “choose zip from sdcard” die auf der Speicherkarte abgelegte ROM-Datei aus und bestätigt dann mit Auswahl von “yes” das Einspielen.
  21. Das frisch eingespielte ROM mit Reboot starten und sich an einem von Orange-Apps befreiten Android erfreuen. :-)

Das Bootlogo ist zwar noch von Orange – aber wie man das austauscht, beschreibe ich vielleicht später mal. Möchte man später ein anderes Custom ROM einspielen, oder das MCR aktualisieren, weil eine neue Version erschienen ist, wiederholt man die Schritte ab 16. Bei ROM Updates gehen in der Regel keine Daten verloren, bei einem ROM-Wechsel empfiehlt es sich, die wipe-Optionen im Custom Recovery zu nutzen, um Probleme zu vermeiden.

Billiges Android Smartphone: Orange San Francisco / ZTE Blade aus England

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Im Rahmen der Beiträge rund um günstige Android-Smartphones unter 250 Euro muss ich ergänzen, dass das betagte und inzwischen ausgelaufene T-Mobile Pulse, das ich auch empfohlen hatte, nicht unbedingt für den Einstieg geeignet ist (für ernsthafte Nutzung erst recht nicht). Der interne Arbeitsspeicher ist so knapp bemessen, dass es laufend zu Problemen kommt, die sogar auf die “normalen” Handyfunktionen Auswirkungen haben: manchmal führt der geringe Speicher dazu, dass SMS-Nachrichten nicht mehr empfangen werden können. Das ist natürlich ein Ausschlusskriterium für ein Handy. Und selbst wenn man wenige Apps parallel laufen lässt und Apps2ext/A2SD nutzt (ein Hack, um Apps auf die SD-Karte auszulagern und so Speicherplatz gewinnt), damit man nicht in solche Speicherprobleme läuft, hat man immer wieder mit der Performance zu kämpfen: ständig ist sogar die Geduld von Android selbst überschritten und man erhält Hinweise, dass eine App nicht mehr reagiert, obwohl sie einfach nur langsam ist. Meiner Freundin, der ich das Pulse vor gut einem Monat aufgeschwatzt hatte, ging das ziemlich auf die Nerven. Damit sie nicht irgendwann den Android-Smartphones ganz abschwört, habe ich also weiter die Augen offen gehalten für eine günstige Alternative.

Die erschien nun kürzlich in Form des Orange San Francisco – ein vom englischen Provider gebrandetes ZTE Blade. Schon allein die technischen Daten beeindrucken:  Android-Version 2.1 (Eclair), 8,9cm/3,5″ AMOLED-Display mit WVGA-Auflösung (800*480), 600 MHz Prozessor (QualComm MSM7227, wie im HTC Legend), GPS, Kompass, Bewegungssensor, UMTS/HSPA, Bluetooth, UKW Radio, 3,5mm Kopfhörer-Anschluss, microSD-Slot (bis 32GB, 2GB liegen bei) und jede Menge interner Speicher (512MB RAM) für das Ausführen von Applikationen – Probleme wie beim Pulse sind damit nicht zu erwarten. Der eigentliche Hammer ist dann aber der Preis: für nur 99 britische Pfund kann man das Gerät kaufen, allerdings nur in Verbindung mit einer Prepaid-SIM-Karte, die nochmal 10 Pfund kostet. Keine Frage, selbst damit ist das Gerät billiger als das Pulse (umgerechnet sind es ca. 125 Euro, plus Versand etc.) und hat mit großem Abstand das beste Preis-/Leistungsverhältnis bei Android-Smartphones.
Die einzigen Hürden, die es zu überwinden gilt, sind der SIM-Lock und die Beschaffung von Deutschland aus. Ersteres lässt sich mit einem entsprechenden Unlock-Code, den es für ca. 5 Euro zu haben gibt, bewerkstelligen und stellt eine geringe Hürde dar, aber der Kauf an sich kostet größere Mühen und beinhaltet Risiken. Denn leider erlaubt der Online Store von Orange nur die Bezahlung mit Kreditkarte, deren Adresse auf die gleiche englische Anschrift lauten muss wie der des Empfängers des Pakets. Damit ist es nicht möglich, Postfach-Dienste wie Borderlinx zu nutzen.

Wenn man keinen Bekannten in England hat, bietet sich letztlich an, das Gerät über ebay zu bestellen. Das ist wie gesagt mit gewissen Risiken verbunden, denen man sich bewusst sein muss. Ich selber habe nach einem Verkäufer mit vielen und möglichst ausschließlich positiven Bewertungen gesucht, der auch ins Ausland versendet. Der, den ich ausgemacht habe, hat zwar einen ordentlichen Aufschlag verlangt, hat dafür bereits im Vorfeld den SIM-Lock entfernt und nützliches Zubehör beigelegt, wie Displayschutzfolie, eine Tasche (die leider zu klein ist, dafür unserer DigiCam gut steht) und – bsesonders lobenswert, weil selbst in der Artikelbeschreibung nicht erwähnt – einen Adapter, um den britischen Ladestecker in eine deutsche Steckdose zu bekommen. Zusammen mit den Versandkosten kam ich so auf einen Aufpreis von 50 Euro, die es aber allemal wert sind, denn für die Hardware zahlt man sonst eher das doppelte.

Der erste Eindruck bestätigt, dass es sich um ein wahres Schnäppchen handelt: das Gerät reagiert zügig auf alle Eingaben, hat ein mit dem Google Nexus One/HTC Desire (OLED-Version, seit September werden sie ja mit SLCD ausgeliefert) vergleichbares Display, ist gut verarbeitet und macht einfach Laune. Die Schale des Geräts ist gummiert und wird von zwei Chromleisten an der Seite flankiert, in dem der Lautstärkeregler eingelassen ist. Unter dem Display befinden sich drei beleuchtete Hardware-Tasten für “Home”, “Menü” und “Zurück”, welche sich gut definiert bedienen lassen. Auf eine Cursornavigation per Trackball oder -pad muss man verzichten. Der MicroSD-Slot befindet sich zusammen mit dem SIM-Slot unter dem Akku. Ein ständiges Wechseln ist also sehr umständlich, vor allem auch, weil sich der Akkudeckel nur schwierig entfernen lässt. daher sind große microSDHC-Karten wie die 16GB-Karten (z.B. von Sandisk, Class 2, bei Amazon derzeit ca. 27 Euro, nutze ich selber) oder die neuerdings erhältlichen 32GB MicroSD-Karten (z.B. Transcend, Class 2, bei Amazon ca. 60 Euro, oder SanDisk, Class 2, bei Amazon ca. 82 Euro) empfehlenswert. Der schnelle USB 2.0-Anschluss (MicroUSB) befindet sich auf der linken Seite oben und ist gleichzeitig die EU-konforme Ladebuchse. Über die Einstellungen lässt sich das Laden bei USB-Datenverbindungen zum PC unterbinden – eine akkuschonende Maßnahme, um Ladezyklen zu vermeiden.

Als deutscher Nutzer kann man mit dem ausgelieferten Gerät zunächst nicht auf eine deutsche Oberfläche umschalten, die App “MoreLocale 2” schafft hier aber einfach Abhilfe. Die von Orange vorinstallierten Apps sind hierzulande nicht brauchbar, man muss sie also ignorieren -  oder sich alternativ an von der Android-Community erstellte Custom ROMs herantrauen. Das MoDaCo-Forum hält hierfür alles notwendige bereit: mit dem Superboot erlangt man root-Rechte, und mit diesen kann man das Notfall-Betriebssystem, das bei jedem Gerät vorhanden ist und für den Service gedacht ist, mit einer erweiterten Version, z.B. dem ClockworkMod-Recovery, austauschen. Mit letzterem lässt sich dann ein alternatives ROM wie beispielsweise das MoDaCo-ROM MCR r3 installieren. Anleitungen finden sich in den jeweils verlinkten Forenthreads. Ich habe für die Installation einer Orange-freien Version nicht mal eine Stunde benötigt. Dank der ebenfalls verfügbaren Original-Software lässt sich das auch alles einfach rückgängig machen.

Alles in allem ist das Orange San Francisco ein rundum empfehlenswertes Gerät, besonders wegen des unschlagbaren Preises. Ein Manko möchte ich aber nicht unerwähnt lassen: die WLAN-Verbindung bleibt nicht dauerhaft erhalten. Es kommt immer wieder vor, dass das Gerät im Standby die Verbindung verliert, auch wenn man in den WiFi-Richtlinien ein anderes Verhalten festlegt. Es gibt Apps, die die WLAN-Verbindung in solchen Fällen automatisch wiederherstellen (z.B. WiFi Fixer) , letztlich bleibt aber Nachbesserungsbedarf seitens des Herstellers – oder der Android-Community.